Portrait

Zur Geschichte der Blaskapelle

Langenpettenbach ist ein Ortsteil des Marktes Markt Indersdorf im nödlichen Landkreis Dachau. 772 wird es erstmals als Pettinpah urkundlich erwähnt. Heute zählt der Ort rund 500 Einwohner, die in der Umgangssprache als Bembegga bezeichnet werden.

„Die Blaskapelle bestand anfangs aus dem Bäcker mit der Basstrompete“

So titelte der Münchner Merkur seine Berichtserstattung Über das 40-Jährige Jubiläum der Bembegga Musi im Jahre 1988.

Es war im Jahre 1947, als sich der örtliche Bäcker Josef Langenecker kurz nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft um die Gründung einer Blaskapelle in Langenpettenbach bemühte. Mit einigen Burschen aus dem Ort und der Umgebung wurde der Grundstein hierfür gelegt. Außer einer Basstrompete waren allerdings keinerlei Instrumente vorhanden. Deren Anschaffung wurde zum Teil durch den Tausch von Lebensmittel finanziert. Geprobt wurde zunächst in der Backstube.

Der erste öffentliche Auftritt fand am Ostermontag 1949 statt, als man in Langenpettenbach ein Rossrennen musikalisch umrahmte. Bald legte man sich die Miesbacher Tracht zu, in der die Kapelle bis heute auftritt. Im Lauf der Jahre verstärkte sich die Kapelle personell und qualitativ. Schon in den 50er Jahren nahm man am großen Münchner Oktoberfestumzug teil.

1964 gab Bäckermeister Langenecker den Taktstock an Michael Obesser, der ihn wiederum an Franz Gattinger weiterreichte. Heute leitet mit Sigrid Daumiller-Kroll die Tochter des langjährigen Vorstandes Georg Kroll sen. (+ 2017) das Orchester. Sie studierte Waldhorn und arbeitet als Musiklehrerin an der Realschule in Weichs.

Einen besonderen Erfolg konnte man 2017 verbuchen, als man Wettbewerb der bayerisch-böhmischen Blasmusik im Augustinerkeller in München teilnahm (Fotoalbum). Hier konnte sich die Kapelle gegen starke Konkurrenz durchsetzen und erreichte den fünften Platz von elf teilnehmenden Kapellen.

Im Juni 2018 feierte die Kapelle ihr 70-jähriges Bestehen. Mit vielen Freunden der Blasmusik feierte die Kapelle bis spät in die Nacht.

Die Bembegga heute: eine gute Mischung aus alt und jung

Heute besteht die Kapelle aus 31 Musikerinnen und Musikern. Unser ältestes Mitglied ist Jahrgang 1924 (Gründungsmitglied) und spielte bis 2017 noch immer hervorragend seine Klarinette. Unser jüngster ist momentan 15 Jahre alt.

Unsere Kapelle ist derzeit folgendermaßen besetzt:

  • 4 Flöten
  • 6 Klarinetten/Saxophone
  • 8 Flügelhörner/Trompeten
  • 5 Tenorhörner/Baritone/Posaunen
  • 2 Waldhörner
  • 2 Basstrompeten
  • 3 Tuben
  • 1 Schlagzeuger

Hinzu kommen unsere Nachwuchsmusikerinnen und -musiker der Bembegga Jungbläser, die wir nach und nach in die Kapelle integrieren.

Unser Repertoire reicht von der böhmischen und bayerischen Blasmusik bis hin zu klassischen und modernen Stücken sowie anspruchsvoller Kirchenmusik. Das Auftrittsspektrum umfasst sowohl die Umrahmung kirchlicher Anlässe als auch Festumzüge bis hin zur Unterhaltung im Bierzelt und in Konzerten.

Spezialisiert haben sich die Musikerinnen und Musiker auf die Umrahmung von Veranstaltungen des Trachtenverbandes des Isargaus sowie der benachbarten Trachtengaue. Die hierbei benötigten Plattler und Volkstänze werden noch aus alten handschriftlichen Noten gespielt, die in die Anfangszeit der Kapelle zurückreichen.

Eine feste Einrichtung im musikalischen Jahresablauf bildet das seit 1975 veranstaltete Neujahrskonzert, das jedes Jahr viele Freunde der Blasmusik nach Markt Indersdorf lockt. Und natürlich darf auch die regelmäßige Teilnahme an Wertungs- und Kritikspielen des Verbandes Amper im Musikbund für Ober- und Niederbayern nicht fehlen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann schauen sich doch einfach einmal bei unseren Proben vorbei.

Interessierte Musikantinnen und Musikanten sind jederzeit herzlich willkommen.

Nähere Auskünfte erteilt unser Vorstand.